Tourismus-Netzwerk für das rheinhessische Kernland im Fokus
/ Sozialdemokraten aus Eppelsheim und Oppenheim trafen sich zum Arbeitsgespräch / MdB Marcus Held begrüßt Initiative der SPD Eppelsheim / Tourismusförderung bringt auch kleinere Gemeinden vorwärts

In der Wein- und Festspielstadt Oppenheim informierten sich Vorstands- und Gemeinderatsmitglieder der SPD Eppelsheim über die dortige Tourismusentwicklung und -organisation. Nach einem konstruktiven Arbeitsgespräch mit Vertretern der SPD-Oppenheim erkundeten die Besucher zum Abschluss das unter der Altstadt gelegene Labyrinth mit Gästebegleiter Walter Lang. Fotos: Frieder Reichert
Tourismus steigert das Image und kurbelt die Wirtschaft an
Einer aktuellen Studie zufolge wurden 2013 in Rheinhessen über 25 Millionen Tagesreisende und 1,85 Millionen Übernachtungen gezählt. Diese Gäste sorgten für einen Gesamtumsatz von rund einer Milliarde Euro. Davon profitierten der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Dienstleister. Mit diesem bedeutenden Wirtschaftsfaktor sind Tausende Arbeitsplätze pro Jahr in der Region verbunden. Diese Zahlen verdeutlichen, welch enorme Potenziale aus dem Tourismus erwachsen können.
In Oppenheim umfassend informiert
Dies haben die Eppelsheimer Sozialdemokraten schon vor einiger Zeit erkannt und gründeten im letzten Jahr schließlich eine Tourismus-AG mit dem Ziel, in Kooperation mit der Ortsbürgermeisterin, dem Gemeinderat und den Bürgern ein Tourismuskonzept für die an Geschichte und Sehenswürdigkeiten reiche, aber touristische noch wenig erschlossene Effenkranzgemeinde zu entwickeln. Um sich bei einer größeren und von Touristen gut besuchten Stadt im Umkreis über die dortige Tourismusarbeit zu informieren, machten sich die Eppelsheimer SPD´ler am vergangenen Wochenende trotz heftigem Schneeregen auf den Weg zu ihren Genossen nach Oppenheim. Deren Vorsitzender Marcus Held, zugleich Mitglied des Deutschen Bundestages und Stadtbürgermeister der Wein- und Festspielstadt, informierte die Parteifreunde zunächst über die dortige Organisationsstruktur.
Ehrenamtliches Engagement als Gästebegleiter fördern
Der Oppenheim-Tourismus ist dort in einer GmbH zusammengefasst, bestehend auf mehrheitlich privaten und einigen städtischen Beteiligungen. Bei der Betreuung der Gäste sei es gelungen, mehr als 50 motivierte Männer und Frauen ehrenamtlich für eine Tätigkeit als Gästebegleiter gewinnen und ausbilden zu können. Jeder, dem seine Heimatgemeinde am Herzen liege, komme als möglicher Gästebegleiter dafür in Frage, verdeutlichte der Tourismusexperte im Wirtschaftsausschuss des Bundestages und begrüßte die Initiative der Eppelsheimer Sozialdemokraten, den Tourismus in ihrer Gemeinde beleben zu wollen.

Spannende Einblicke in eine gut funktionierende Gästebetreuung erhielten die Eppelsheimer Sozialdemokraten bei der Besichtigung der Oppenheimer Touristinformation.
Konkurrenzdenken in "Wir-Gefühl" umwandeln
Dies sollte auch Ziel der vielen anderen kleinen und ländlich geprägten Gemeinden sein, sieht Held gute Chancen für eine zielgerichtete und effiziente Tourismusentwicklung im „inneren Kern“ von Rheinhessen zwischen den kulturhistorisch bedeutenden Städten Worms und Mainz durch die Gründung eines regionalen Netzwerks. „Der Landkreis Alzey-Worms verfügt über eine gut funktionierende und professionelle Tourismusorganisation im Rahmen der Wirtschaftsförderung“, lobt Held die breit gefächerte Angebotsstruktur, das Marketing und die Tourismusarbeit des Landkreises. Gleichwohl gelte es, noch vorhandene Potenziale zu aktivieren. In den kleineren Orten des ländlichen Raums gebe es bereits verschiedene Aktionen und Aktivitäten in touristischer Hinsicht. Leider würden einige Gemeinden aber immer noch die eigenen Interessen als Insel im weiten Ozean ansehen, die es gilt, gegen die Wellen von Außen zu schützen.
Mit Gemeinden Möglichkeiten der Kooperation ausloten
Wirkungsvoller wäre es jedoch, meint Marcus Held, sich in einem gemeinsamen Netzwerk zusammenzufinden, um ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln und mögliche Synergieeffekte zu nutzen. Ihm pflichtet der Vorsitzende der Eppelsheimer SPD, Hans H. Brecht, bei. Man sollte sich gegenseitig kennenlernen, austauschen, gemeinsame Ideen und Visionen entwickeln und diese abgestimmt in Kooperation mit den Tourismuseinrichtungen im Landkreis realisieren, sehen Brecht und Held noch viele Möglichkeiten, den Tourismus im bezaubernden Kernland von Rheinhessen auch in den vielen kleinen Gemeinden voranzubringen und dort überlebenswichtige Wirtschaftskraft zu erzeugen. Ins Auge gefasst sind in den nächsten Wochen und Monaten Gespräche mit den maßgeblichen Akteuren und Verantwortlichen, um deren Befreitschaft für die Bildung eines Netzwerks auszuloten und so neue Wege gemeinsam beschreiten zu können.
