Touristisch entwickeln

Pressemitteilung

 

 

 

 

Stefan Herzog hielt einen informativen Vortrag im Bürgersaal

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit moderierter Dorfentwicklung und kreativen Ideeen den Tourismus beleben

/ Tourismusexperte Stefan Herzog hielt öffentlichen Vortrag in Eppelsheim / Tourismusförderung auch für kleinere Gemeinden im ländlichen Raum kein „Hexenwerk“ / „Excellente Organisationsstruktur im Landkreis zunutze machen und Möglichkeiten von Zuschüssen ausloten“ /

 

(05.06.2014). Der Bauer verkauft nun 80 Mal soviele Eier wie zuvor für´s Frühstücksbuffet der jetzt vorhandenen Ferienwohnungen, die Winzer bieten Ausgefallenes in einem stilvollen Ambiente, im Ort hat sich entgegen des allgemeinen Supermarktbooms wieder ein Tante-Emma-Laden etabliert und die Touristen, die nun regelmäßig im täglichen Bild der Gemeinde zu sehen sind und von hier aus die Region erkunden, verweilen gerne im neuen Eiscafé in der Dorfmitte. Dieser Wunschtraum vieler Ortschaften muss keine Fiktion bleiben.

Wie eine aktive Tourismusförderung auch kleineren Kommunen zu mehr Bekanntheitsgrad, Belebung und Wirtschaftskraft verhelfen kann, brachte Tourismusexperte Stefan Herzog auf Einladung der SPD Eppelsheim im Bürgersaal der Effenkranzgemeinde einem interessierten und aufmerksamen Publikum auf informative und anschauliche Weise näher. Herzog, der viele Jahre lang die Rheinhessen-Information leitete, überzeugte in dieser öffentlichen Veranstaltung mit großem fachlichen Know-how und ließ seine Ausführungen auch anhand von Beispielen aus der Praxis für jedermann verständlich werden.

Durch eine einheitliche, regionale touristische Vermarktung seit Mitte der 80er Jahre sei es gelungen, Rheinhessen zu einer der attraktivsten und beliebtesten Urlaubs- und Erlebnisregionen in Deutschland zu entwickeln, verdeutlichte der Referent und empfahl auch kleineren Gemeinden, wie z.B. Eppelsheim, über eine moderierte Dorfentwicklung - unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger sowie der maßgeblichen Akteure - tragfähige Konzepte zu erarbeiten und auf den Weg zu bringen. „Tourismusförderung ist kein Hexenwerk“, betonte Herzog, „aber das lässt sich nur in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess nachhaltig gestalten“. Konkurrenzdenken Einzelner könne somit in ein „Wir-Gefühl“ zum Nutzen für jeden Einzelnen umgekehrt werden, sodass alle in der Gemeinde von einem belebten Tourismus profitieren.

„Wir verfügen in Rheinhessen über eine excellente Organisationsstruktur und auch Zuschüsse werden gewährt“, nannte Herzog die Rheinhessen-Touristik, Rheinhessenwein, Rheinhessen-Marketing, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alzey-Worms und die Tourist-Info Alzeyer Land und riet, diese Organisationen frühzeitig mit ins Boot zu holen.

Voraussetzung für eine aktive und zukunftsfähige Tourismusförderung sei aber, „dass in den Gemeinden dafür auch die kommunalpolitischen Rahmenbedingungen geschaffen werden und alle Entscheidungsträger gemeinsam an einem Strang ziehen.“

„Eppelsheim hat schon Einiges vorzuweisen, unsere Gemeinde hat Geschichte und Tradition. Nun gilt es, Bestehendes weiter auszubauen“, regte der Eppelsheimer SPD-Vorsitzende Hans H. Brecht einen für jedermann zugänglichen Arbeitskreis an, um die Effenkranzgemeinde touristisch weiter voranzubringen und in der Region und darüber hinaus bekannter zu machen.

Die touristische Entwicklung in Rheinhessen machte Herzog auch an Zahlen fest: eine Milliarde Euro Bruttoumsatz generiert der Tourismus im Schnitt pro Jahr in Rheinhessen. 375 Millionen Euro verbleiben als direkte und indirekte Wertschöpfung in der Region und sichern rund 20.000 Arbeitsplätze. Insofern sei der Tourismus zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor mit weiterem Entwicklungspotenzial geworden. Interessant war für die Anwesenden auch zu erfahren, dass der Tages- und Wochenendtourinsmus mehr Wirtschaftskraft erzeuge als der Langzeittourismus mit längeren Aufenthalten. Gerade diese Erkenntnis sollten sich die Gemeinden im ländlichen Raum zunutze machen, hob Herzog hervor. „Zeigen Sie Selbstbewusstsein, entwickeln Sie neue kreative Ideen und Marketingstrategien unter Berücksichtigung bereits vorhandener Strukturen und ziehen Sie dabei professionelles Know-how zu Rate“, empfahl der Tourismusexperte (Kontakt-Email: stefan.herzog50@gmx.de).